Vorsorge: der Vorrat
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt Haushalten, Trinkwasser für zehn Tage vorzuhalten – rund zwei Liter pro Person und Tag, zum Trinken und Kochen. Wer den Vorrat in sauberen, verschlossenen Behältern kühl und dunkel lagert und regelmäßig austauscht, hat die erste Stufe der Vorsorge erledigt. Die zweite Stufe ist die Fähigkeit, Wasser aus einer Notquelle selbst aufzubereiten.
Die fünf Schritte
- Entnahme. Möglichst von der Oberfläche, mit einem Vorsieb gegen Blätter, Sand und groben Schmutz. Bodensatz bleibt, wo er ist.
- Partikel filtern. Ein Feinfilter nimmt Sand, Schwebstoffe und Trübung. Klares Wasser ist die Voraussetzung für jede weitere Stufe – trübes Wasser bremst Membranen, UV-C und Desinfektionsmittel.
- Behandeln. Gegen Mikroorganismen stehen drei Wege offen: Membranfilter mit sehr feinen Poren, die Bakterien zurückhalten; UV-C-Licht im Durchfluss, das Strom braucht; oder ein Desinfektionsmittel nach Dosieranleitung. Abkochen bleibt die einfachste Behandlung, wenn Energie da ist: sprudelnd kochen, mindestens drei Minuten, abgedeckt abkühlen lassen.
- Konservieren. Aufbereitetes Wasser, das in Behältern steht, braucht eine Konservierung, damit es über Tage frisch bleibt.
- Lagern und ausgeben. Saubere, verschlossene Behälter, kühl und dunkel; beim Ausgeben an viele Menschen saubere Zapfstellen und klare Zuständigkeiten.
Womit Sie rechnen müssen
Oberflächenwasser ist trüb und enthält Keime, Brunnenwasser kann Eisen, Mangan oder Nitrat enthalten, Regenwasser bringt Dachschmutz mit. Chemische Belastungen – etwa aus Landwirtschaft oder Industrie – erkennt keine Nase und filtert kein Feinfilter. Für die Bewertung einer unbekannten Quelle im Ernstfall sind die Hinweise der örtlichen Behörden maßgeblich.
Ohne Strom, mit Strom, im Einsatz
Für den Haushalt gibt es kompakte Systeme mit Handpumpe, Feinfilter, Aktivkohle und Membran, die ohne Strom arbeiten. Für Einsatzkräfte und Betreuungsplätze gibt es mobile Anlagen, die Wasser selbst aus See oder Fluss ansaugen, an zwölf Volt oder Powerbank laufen und ohne Installation einsatzbereit sind. Welche Lösung passt, hängt von Personenzahl, Dauer, Quelle und Energie ab – dazu beraten wir im Bereich Notwasserversorgung.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.