AquaVitalesTrinkwasserhygiene & Wasseraufbereitung
Bereich · Notwasserversorgung

Wenn die Leitung ausfällt, zählt das System.

Stromausfall, Hochwasser, Rohrbruch, Einsatz im Gelände: Wo kein Leitungswasser fließt, bleiben Regentonne, Brunnen, See oder Fluss. Damit aus ihnen Trinkwasser werden kann, müssen Aufbereitung, Lagerung und Ausgabe zusammenpassen. Wir helfen Haushalten bei der Vorsorge und beraten Hilfsorganisationen, Kommunen und Betriebe.

Für wen

Der eigene Haushalt – und Einsatzkräfte, Verwaltung, Betriebe.

Private Vorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt einen Trinkwasservorrat für möglichst zehn Tage. Wer zusätzlich aufbereiten kann, macht aus dem Vorrat ein System, das länger trägt. Wie das zu Hause aussieht, steht weiter unten.

Hilfsorganisationen

DRK, Malteser, Johanniter, THW, Feuerwehren: mobile Aufbereitung für Einsatzstellen und Betreuungsplätze, Ausgabe an viele Menschen, Hygienekonzept und Schulung der Helferinnen und Helfer.

Kommunen und Betriebe

Vorsorge für Verwaltung, Pflegeeinrichtungen, Landwirtschaft und Betriebe mit eigener Wasserversorgung: Vorrat, Aufbereitung, Zuständigkeiten – bevor der Ernstfall eintritt.

Ablauf

Erst filtern, dann behandeln, dann sauber lagern.

Die Reihenfolge ist bei jeder Notquelle dieselbe – nur die Stufen unterscheiden sich:

  1. Entnahme möglichst schwimmend von der Oberfläche, mit Vorsieb gegen groben Schmutz.
  2. Partikelfilter für Sand, Schwebstoffe und Trübung – trübes Wasser bremst jede weitere Stufe.
  3. Behandlung gegen Mikroorganismen: Membranfilter, UV-C oder ein Desinfektionsmittel – je nach Menge, Strom und Einsatzlage.
  4. Lagerung in sauberen, verschlossenen Vorratsbehältern, kühl und dunkel.
  5. Ausgabe und Dokumentation: saubere Zapfstellen, klare Zuständigkeiten, Kontrolle der Anlage.

Chemische Belastungen – etwa aus Landwirtschaft oder Industrie – erkennt keine Nase und filtert kein Feinfilter. Für die Bewertung einer unbekannten Quelle im Ernstfall sind die Hinweise der örtlichen Behörden maßgeblich.

Welche Stoffe und Verfahren zur Desinfektion von Trinkwasser zulässig sind, legt eine amtliche Positivliste des Umweltbundesamts fest (§ 20 Trinkwasserverordnung): Eingesetzt werden darf, was darauf steht – und Silber steht nicht darauf, auch nicht für Wasser in verschlossenen Behältnissen. Was das für eine Konservierung bedeutet, steht ausführlich im Beitrag Konservierung. Ansprechpartner für Ihren Fall ist in der Regel das zuständige Gesundheitsamt.

Für den Haushalt gibt es Lösungen ohne Strom mit Handpumpe, für den Einsatz mobile Anlagen, die Wasser selbst aus See oder Fluss ansaugen, an zwölf Volt oder Powerbank laufen und ohne Installation einsatzbereit sind. Beides ist nicht auf den Notfall beschränkt: Eine UV-C-Stufe im Durchfluss behandelt genauso das Wasser im Alltag – für eine einzelne Person wie für eine Familie, im Wohnmobil, im Ferienhaus oder am eigenen Brunnen. Wer sie im Alltag nutzt, hat sie im Ernstfall schon da.

Zum Wissen: Wasser aus Notquellen

Was wir für Organisationen tun

Bedarf klären (Personen, Tage, Quelle, Strom), Anlagen auslegen, Beschaffung begleiten, Helferinnen und Helfer schulen. Prüfzeugnisse und Nachweise der Hersteller gehören dazu – in diesem Bereich zählen Unterlagen mehr als Werbetexte. Bei UV-C etwa lässt die amtliche Liste nach § 20 Trinkwasserverordnung die Bestrahlung nur mit Geräten zu, deren Wirksamkeit in einer biodosimetrischen Prüfung nachgewiesen ist – lassen Sie sich das Zertifikat mit den Betriebswerten vorlegen, bevor Sie Wasser an Dritte abgeben.

Auch für die Notwasserversorgung im großen Maßstab – etwa nach Hochwasser oder anderen Umweltkatastrophen – beraten wir zu mobilen Aufbereitungsanlagen und begleiten die Beschaffung.

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Lösungsansatz

Zehn Tage Vorrat – und der Haken daran

Für einen Vierpersonenhaushalt sind zehn Tage einige Kästen. Sie stehen im Keller, nehmen Platz weg und müssen regelmäßig getauscht werden. Genau daran scheitert es im Alltag: Der Vorrat wird einmal angelegt und dann vergessen. Im Ernstfall steht Wasser bereit, von dem niemand weiß, wie alt es ist.

Es gibt zwei Wege aus dieser Lage. Welcher passt, hängt davon ab, ob Sie Platz haben – oder lieber beweglich bleiben.

1

Den Vorrat konservieren

Wer Wasser in größeren Behältern lagert statt in Flaschen, kann es für den eigenen Haushalt konservieren. Dafür gibt es Mittel, die kontrolliert Silberionen an das Wasser abgeben; die Hersteller nennen dafür Standzeiten von bis zu sechs Monaten. Dazu gehört die Grenze, die weiter oben schon steht: Silber führt die amtliche Liste nach § 20 Trinkwasserverordnung nicht. Sobald Sie Wasser an andere abgeben – in einer Einsatzgruppe, einem Betrieb oder einem vermieteten Fahrzeug –, ist dieser Weg keine Option. Was für Ihren Fall gilt, klärt das zuständige Gesundheitsamt.

Was Sie brauchen: einen geeigneten Vorratsbehälter, ein Mittel, das zu dessen Größe passt, und einen festen Termin für den Wasserwechsel.

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Statt Vorrat die Fähigkeit zur Aufbereitung

Der zweite Weg dreht die Frage um: Statt Wasser zu lagern, halten Sie die Möglichkeit bereit, vorhandenes Wasser aufzubereiten. Ein tragbares UV-C-Gerät arbeitet rein physikalisch und behandelt das Wasser im Durchfluss. Netzunabhängige Geräte arbeiten auch dann, wenn der Strom weg ist – und sie nützen nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs.

Was Sie brauchen: eine Wasserquelle, eine Vorfiltration für Schwebstoffe und eine Stromversorgung für das Gerät.

Beides schließt sich nicht aus. Ein kleiner Vorrat für die ersten Tage und die Fähigkeit, danach nachzulegen, ist die robusteste Kombination.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Für zu Hause: ein UV-C-Koffer, der im Schrank bereitsteht

Für den zweiten Weg empfehlen wir Haushalten einen UV-C-Koffer: Filter und UV-C-Stufe in einem Koffer, ohne Installation, betrieben an zwölf Volt. Der Hersteller nennt in der Gebrauchsanweisung ausdrücklich den Einsatz im Notfall, etwa wenn die öffentliche Wasserversorgung ausfällt. Diesen Koffer verkaufen wir selbst und verdienen daran.

Es gibt ihn in zwei Fassungen:

  • Ohne Pumpe für Wasser, das noch klar aus der Leitung kommt, bei dem aber unklar ist, wie gut es ist. Für Leitungswasser unbekannter Qualität sieht die Gebrauchsanweisung einen Durchfluss von höchstens fünf Litern pro Minute vor. Im Gehäuse sitzt bei dieser Fassung nur die Aktivkohle, und die ist laut Gebrauchsanweisung für klares Wasser gedacht. Kommt das Wasser trüb oder verfärbt aus dem Hahn – wie es nach einem Rohrbruch oder nach Arbeiten am Netz vorkommt –, gehört es nicht in diese Fassung. Gibt Ihr Wasserversorger oder das Gesundheitsamt Hinweise heraus, etwa ein Abkochgebot, gelten diese – der Koffer tritt nicht an ihre Stelle.
  • Mit Tauchpumpe für Wasser ohne Leitung: Regentonne, Brunnen, See oder Fluss. Dafür ist laut Gebrauchsanweisung nur diese Fassung vorgesehen, mit dem kleinsten Durchfluss von zwei Litern pro Minute. Bei sichtbar verschmutztem Wasser kommt das Schmutzpartikel-Element ins Gehäuse. Die Tauchpumpe ist laut Gebrauchsanweisung für Betrieb mit Pausen gedacht, höchstens zehn Minuten am Stück.

Was Sie wissen sollten, bevor Sie sich darauf verlassen:

  • Nur klares Wasser. Der Koffer ist laut Gebrauchsanweisung für klares, schwebstofffreies Wasser bestimmt, mit einem Trübungswert unter 1 NTU – ob Wasser darunter liegt, zeigt erst eine Messung, nicht der Blick ins Glas. Bei Regentonne, Brunnen, See oder Fluss steht deshalb die Partikelabtrennung an erster Stelle; für Wasser aus See oder Fluss strebt die amtliche Liste nach § 20 Trinkwasserverordnung sehr niedrige Trübungswerte an. Trübes Wasser führen Sie zuerst über das Schmutzpartikel-Element, bei Bedarf mehrfach im Kreislauf. Klar genug ist es damit nicht in jedem Fall: Aus beliebigem Wasser macht auch dieser Koffer kein Trinkwasser. UV-C entfernt keine chemischen Belastungen. Die Aktivkohle bindet laut Gebrauchsanweisung einen Teil der gelösten Stoffe, etwa Chlor und Stoffe, die Geruch und Geschmack beeinflussen. Beim Koffer mit Pumpe wirkt sie nur, wenn sie im Gehäuse sitzt, bei trübem Wasser also erst im zweiten Durchgang nach dem Schmutzpartikel-Element. Ob und wie viel sie von Belastungen aus Landwirtschaft oder Industrie zurückhält, hängt vom Stoff, von der Menge und vom Zustand des Elements ab – einen Prüfnachweis dafür haben wir nicht. Ob Wasser chemisch taugt, zeigt nur eine Laboruntersuchung.
  • Strom. Angeschlossen wird über einen Kfz-Stecker an zwölf Volt, etwa im Auto. Ein Netzteil für die Steckdose gehört nicht zum Lieferumfang, und die Fassung mit Pumpe braucht deutlich mehr Leistung als die ohne. Klären Sie vorher, woher der Strom im Ernstfall kommt.
  • Behandelt wird nur, was durchfließt. Im Kanister wirkt UV-C nicht nach. Füllen Sie das Wasser in saubere, verschlossene Behälter und verbrauchen Sie es bald.
  • Auf die Anzeige achten. Bestrahlt wird nur, wenn die Signalleuchte im Betrieb blau leuchtet. Leuchtet sie rot, meldet das Gerät einen Fehler oder das Ende seiner Lebensdauer – dann braucht das Wasser laut Gebrauchsanweisung eine andere Desinfektion.
  • Lagern und üben. Nach dem Gebrauch mit Wasser aus Regentonne, Brunnen oder Gewässer sieht die Gebrauchsanweisung Spülen mit Trinkwasser vor. Zum Lagern nehmen Sie das Filterelement heraus und bewahren den Koffer leer, trocken und frostfrei auf. Packen Sie den Koffer einmal im Jahr aus und bauen Sie ihn auf – dann sitzen die Handgriffe, wenn es darauf ankommt.

Die amtliche Liste nach § 20 Trinkwasserverordnung lässt UV-Bestrahlung nur mit Geräten zu, deren Wirksamkeit in einer biodosimetrischen Prüfung nachgewiesen ist. Am deutlichsten betroffen ist, wer Wasser an andere abgibt: Lassen Sie sich dann das Zertifikat mit den Betriebswerten vorlegen. Für diesen Koffer liegt uns ein solches Zertifikat nicht vor, und die Werte aus der Gebrauchsanweisung sind Herstellerangaben, kein solcher Nachweis. Wer Wasser an andere abgeben will, fragt das Zertifikat deshalb vor dem Kauf beim Hersteller ab. Wer einen eigenen Brunnen als Notquelle einplant, sollte vorher wissen, ob das Wasser taugt – welche Pflichten dafür gelten, steht im Beitrag Wasser aus Notquellen.

Beide Fassungen stellen wir mit Namen und technischen Angaben im Bereich Camping & Reisemobil vor. Welche zu Ihrem Haushalt passt – oder ob der Vorrat allein genügt –, klären wir im Gespräch.

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