Was die Trinkwasserverordnung regelt
Sie erfahren hier, worauf es bei Ihrem Wasser ankommt und wann sich Filtern lohnt. Die Trinkwasserverordnung legt fest, welche Anforderungen Wasser erfüllen muss, das zum Trinken, Kochen und zur Körperpflege bestimmt ist: Grenzwerte für mikrobiologische Parameter, chemische Stoffe und Indikatoren wie Trübung oder Geruch. Wasserversorger überwachen ihr Wasser regelmäßig und veröffentlichen die Ergebnisse. Die Verantwortung des Versorgers endet an der Übergabestelle – meist am Wasserzähler im Haus.
Die Hausinstallation: vom Anschluss bis zum Hahn
Ab dem Hausanschluss ist die Installation in der Regel Sache des Eigentümers oder Betreibers. Drei Dinge verändern das Wasser auf diesem Weg:
- Standzeit. Wasser, das in Leitungen steht, nimmt Stoffe aus dem Material auf und erwärmt sich. Hat es länger als vier Stunden gestanden, etwa über Nacht, nach dem Urlaub oder in einer selten genutzten Leitung, lassen Sie es vor dem Trinken oder Kochen ablaufen, bis es spürbar kühler kommt. So empfiehlt es das Umweltbundesamt.
- Warmwasser. In Warmwasserspeichern und -leitungen können sich Legionellen vermehren, wenn die Temperatur zu niedrig ist oder das Wasser lange steht. Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber, die Trinkwasser gewerblich oder öffentlich abgeben, etwa durch Vermietung, unter bestimmten Voraussetzungen zur regelmäßigen Untersuchung auf Legionellen. Dazu gehören Duschen und eine Warmwasseranlage oberhalb bestimmter Größengrenzen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gilt diese Pflicht nicht. Im eigenen Haus haben Sie Speichertemperatur und Nutzung selbst in der Hand.
- Material und Alter. Alte Leitungen, Armaturen und Dichtungen können Partikel und Geschmack beisteuern.
Kalk, Chlor und Geschmack
Die Wasserhärte beschreibt vor allem den Gehalt an Calcium und Magnesium. Hartes Wasser ist gesundheitlich unbedenklich, hinterlässt aber Ablagerungen in Geräten und beeinflusst den Geschmack von Tee und Kaffee. Chlor wird mancherorts zur Desinfektion eingesetzt und ist an Geruch und Geschmack erkennbar. Beides sind typische Gründe, warum Haushalte über Aktivkohle oder Umkehrosmose nachdenken. Ihr Versorger veröffentlicht im Internet, welchen Härtebereich Ihr Wasser hat und ob und womit er desinfiziert.
Wann Filtern sinnvoll ist
Filtern ist eine Entscheidung nach Ziel und Ausgangswasser. Für Leitungswasser vom Versorger gehört nach dem Umweltbundesamt aus technischen Gründen ein mechanischer Filter hinter dem Wasserzähler grundsätzlich zur Hausinstallation; er wird regelmäßig gewartet. Eine Enthärtung kann sinnvoll sein, wenn bei hartem Wasser Störungen an technischen Geräten zu erwarten sind. Verändern sich Geruch oder Geschmack, steht die Frage nach der Ursache am Anfang: Liegt sie im Wasser des Versorgers oder in der Hausinstallation?
Kommt das Wasser aus einem eigenen Brunnen oder wird eine Anlage aus einem Tank versorgt, kann eine Aufbereitung sinnvoll sein, die zum Wasser passt. Der beste Ausgangspunkt sind Messwerte: für Leitungswasser die Wasseranalyse Ihres Versorgers, beim eigenen Brunnen die Untersuchungen dieser Anlage. Sie zeigen, womit Sie es zu tun haben, und verhindern Technik, die Sie gar nicht brauchen.
Gutes Trinkwasser in einem Satz
Es ist klar, riecht und schmeckt unauffällig, kommt kühl aus der Leitung und bleibt durch regelmäßige Entnahme in Bewegung; bei Brunnen und Tank kommt eine gepflegte Anlage dazu, die nur so viel aufbereitet, wie Herkunft und Zustand des Wassers verlangen.
Diese Seite erklärt Zusammenhänge und ersetzt keine Wasseranalyse und keine individuelle Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an das Gesundheitsamt oder einen Arzt.