UV-C behandelt das Wasser, das Sie trinken, laufend im Betrieb. Etwas anderes ist es, die Anlage zu desinfizieren: Tank und Leitungen werden in Abständen behandelt und danach ausgespült. Beides ist nötig, keines ersetzt das andere – mehr dazu unter Reinigen, entkalken, desinfizieren.
Was im Reaktor passiert
Damit Sie eine Herstellerangabe einordnen können, bevor Sie Geld ausgeben: Was die Prozentwerte bedeuten und wo die Grenzen von UV-C liegen, steht weiter unten. Das Wasser läuft durch einen Reaktor, in dem eine UV-C-Lichtquelle sitzt – klassisch eine Quecksilberdampflampe, bei neueren Geräten eine LED im Bereich um 265 Nanometer. Dieses Licht trifft Mikroorganismen im Wasser und hemmt ihre Vermehrung – wie stark, hängt von der Dosis ab. Die Wirkung passiert im Durchfluss; das Wasser kommt behandelt aus dem Hahn. Viele Geräte schalten die Lichtquelle über einen Durchflusssensor nur ein, wenn Wasser fließt.
Was die Herstellerwerte bedeuten
Hersteller geben die Desinfektionsleistung als Reduktion bei einem bestimmten Durchfluss an – und immer für klares Wasser. Ein Beispiel aus dem technischen Datenblatt der UV-8-Serie von WM aquatec, einer UV-C-LED-Anlage für Fahrzeuge mit einer Wellenlänge von 265 Nanometern (gemessen an E. coli bei Trübung unter 1 NTU und UV-Transmission über 98 %):
| Durchfluss | Bestrahlungsdosis | Reduktion |
|---|---|---|
| 2 l/min | 40 mJ/cm² | mindestens 99,999 % |
| 5 l/min | 16 mJ/cm² | mindestens 99,99 % |
| 8 l/min | 10 mJ/cm² | mindestens 99,9 % |
Zwei Dinge lesen Sie daraus. Erstens: Je langsamer das Wasser fließt, desto höher die Dosis. Zweitens: Die Werte gelten für klares Wasser. Trübes Wasser schluckt UV-Licht. Deshalb gehört vor jede UV-C-Anlage eine Filterung. Die Bestrahlung wirkt auf das Wasser, das gerade durch den Reaktor fließt; eine desinfizierende Restwirkung hinterlässt sie nach der WHO nicht.
Die Liste des Umweltbundesamts nach § 20 Trinkwasserverordnung lässt UV-Bestrahlung nur mit Geräten zu, die in einer biodosimetrischen Prüfung nach DVGW W 294-2 (A) oder DIN 19294-1 eine Desinfektionswirksamkeit von mindestens 400 J/m², bezogen auf 254 Nanometer, nachgewiesen haben. Die im Prüfbericht und im Zertifikat genannten Betriebswerte – höchster Durchfluss und zugehörige Mindestbestrahlungsstärke – sind im Betrieb einzuhalten.
Damit Sie die Tabelle danebenhalten können: 400 J/m² sind 40 mJ/cm². Diesen Wert erreicht das Gerät oben nach Herstellerangabe bei 2 Litern pro Minute; bei 8 Litern sind es 10 mJ/cm², also 100 J/m². Dazu kommt ein zweiter Unterschied, den man leicht übersieht: Die Anforderung bezieht sich auf 254 Nanometer, die Wellenlänge einer Quecksilberdampflampe. Dieses Gerät arbeitet mit einer LED bei 265 Nanometern. Beide Zahlen lassen sich nicht einfach gleichsetzen – genau diese Gleichwertigkeit stellt die biodosimetrische Prüfung mit Testorganismen fest, und sie lässt sich nicht ausrechnen.
Die Werte in der Tabelle sind deshalb das, was sie sind: Herstellerangaben aus einem Datenblatt, gemessen an E. coli unter günstigen Bedingungen. Sie sind kein Nachweis nach der Liste. Ob ein bestimmtes Gerät ihn hat, zeigt allein sein Zertifikat – fragen Sie es beim Hersteller ab, bevor Sie Wasser an andere abgeben.
Was bewusst außerhalb liegt
- Biofilm im Tank. Der Belag an der Tankwand bleibt von der Anlage unberührt. Erst reinigen, dann ist UV-C eine sinnvolle Ergänzung.
- Wasser, das nach dem Reaktor steht. Der Leitungsweg zum Hahn sollte kurz sein.
- Trübstoffe und Kalk. Beides senkt die UV-Wirkung. Ein Befüllfilter beim Tanken und eine Filterstufe vor dem Reaktor halten das Wasser klar.
Sauber wird das Ganze als System: Filter beim Tanken, gepflegter Tank, UV-C vor dem Hahn. Ob Wasser trinkbar ist, hängt außerdem von Herkunft, Tankzustand und Filterung ab – UV-C reduziert Mikroorganismen in dem Umfang, den der Hersteller für klares Wasser und den jeweiligen Durchfluss angibt.
Wo UV-C eingesetzt wird
In der Hausinstallation hinter Brunnen, in Fahrzeugen und Booten vor dem Hahn, in Tiny Houses und Containern mit Tankversorgung und in mobilen Anlagen für die Notwasserversorgung. Die Auslegung richtet sich nach Durchfluss, Wasserqualität und Stromversorgung. Für Fahrzeuge planen und bauen wir fest installierte Anlagen ein – mehr dazu im Bereich Camping & Reisemobil.
Im Haus am öffentlichen Netz ist UV-C vor allem dann ein Thema, wenn eine mikrobielle Verunreinigung vorliegt. Eine Desinfektion ersetzt dann keine Sanierung, und die Ursache ist immer zu klären.